1) Trend Greenwashing

Greenwashing passiert und gibt es leider sehr häufig in der Naturkosmetikbranche. Der Kunde wird durch eine grüne Verpackung, entsprechender Werbung oder Slogans suggeriert, dass es sich um Naturkosmetik handelt. Das Problematische ist, dass der Begriff Naturkosmetik bisher nicht eindeutig rechtlich definiert und geschützt ist.
Zudem werden die Unternehmen immer gerissener und mich persönlich macht das sehr wütend. Ein typischer Trick zum Beispiel ist dieser: Bei einer einzelnen Zutat wird die natürliche Herkunft betont -> „enthält 100% Bio-Olivenöl“,
Der auf der Vorderseite noch groß angepriesene Olivenzusatz befindet sich recht weit hinten in der Auflistung und ist damit meistens niedriger dosiert als Parfum. Dass heißt das Werbeversprechen sagt weder etwas über die Dosierung noch über die restlichen Zutaten aus. Steht auf der Verpackung aus der Natur oder mit Bio-Inhaltsstoffen, kann das bedeuten, dass nur 0,03% der Inhaltsstoffe tatsächlich aus Bioanbau stammen.
Aber es wird noch schlimmer: Sind Bestandteile enthalten, die weniger als 1% der Gesamtmenge ausmachen, müssen diese nicht deklariert werden.
Die Problematik dabei verdeutlicht folgendes Beispiel:
Ein Produkt kann 20 Inhaltsstoffe enthalten, die jeweils unter 1% enthalten sind. In Summe ergibt das knapp 20% der Inhaltsstoffe, die uns nicht offengelegt werden müssen. Darunter können sogar Stoffe tierischen Ursprungs fallen, obwohl der Artikel als vegan deklariert wurde.

2) Tierversuchsfrei heißt nicht tierversuchsfrei

Wenn du dir als „tierversuchsfrei“ deklarierte Kosmetik kaufst, kannst du dir leider nicht immer sicher sein, dass sie wirklich tierversuchsfrei ist. Denn Aussagen der Hersteller wie „das Produkt wurde nicht an Tieren getestet“ oder „wir führen keine Tierversuche durch“ sind irreführend. Zum Beispiel kann das bedeuten, dass sie war selbst als Unternehmen keine Tierversuche durchführen, aber es heißt nicht, dass der Hersteller keinem anderen Unternehmen Tierversuche in Auftrag gegeben hat. Ein weiteres Schlupfloch ist der Versand der Produkte nach China. In China sind Tierversuche für Kosmetika gesetzlich vorgeschrieben. Dass heißt ein Unternehmen kann in der EU mit „Tierversuchsfrei“ werben, während er an China seine Produkte liefert und somit Tierversuche unterstützt.

Fast ausnahmslos verlässlich sind tierversuchsfreie Produkte nur an bestimmten Siegel zu erkennen. Zum Beispiel das Siegel von Leaping Bunny , Hase mit schützender Hand, Nature.

Warum hat meine Kosmetik kein Siegel: Leider sind diese Siegel sehr kostenintensiv und es ging sich bei mir einfach noch nicht finanziell aus. Dafür ist MyNatureCosmetic bei Animalfair https://www.animalfair.at/?s=mynaturecosmetic gelistet. Diese nehmen zwar kostenlos aber nur kontrollierte Unternehmen auf, die weder Tierversuche durchführen, in Auftrag geben oder nach China exportieren. Zudem werden die meisten meiner Produkte ja von euch selber hergestellt.

3) Die Lügen der Anti-Akne-Produkte

Vielleicht weißt du schon aus meinem Auftritt von 2Minuten2Millionen, dass ich jahrelang unter meiner unreinen Haut litt.
Als ich zu der Naturkosmetik zum Selbermachen kam habe ich mich auch mit dem Thema „was diese vielen Anti-Akne-Produkte wirklich bewirken“ auseinandergesetzt.
Umso mehr ich herausfand umso schockierter und umso wütender wurde ich.

Warum? Weil sie dir nur ein Gefühl verkaufen. Für den ersten Moment, wenn du sie benutzt denkst du nämlich: Ok meine Haut ist viel mattierter, nicht mehr so glänzend. Wenn sie dann nach zwei Stunden wieder genauso fettig wie vorher ist, denkst du dir: Ok, dass braucht halt seine Zeit oder ich nehme nächstes Mal am besten noch mehr von dem Produkt.
Mattierende, zu stark reinigende Produkte trocknen deine Haut aus und sie wird noch öliger.
Die Haut produziert zu viel Fett, weil sie denkt, dass sie zu trocken ist. Nimmt man ihr jetzt auch noch zusätzlich Feuchtigkeit weg produziert sie noch mehr Öl um das auszugleichen. Sie auszutrocknen ist also das Schlechteste was du tun kannst.
Was deine Haut jetzt braucht ist so viel Feuchtigkeit, wie sie kriegen kann. Dann erst wird sie anfangen sich selbst zu regulieren und deine Haut wird weniger fettig und Pickel gehen zurück bzw entstehen gar nicht erst.

4) Ohne Konservierungsstoffe? Von wegen..

Meine Kosmetik wird sehr gerne mit anderen vermeintlich „frischer“ Naturkosmetik verglichen. Ich weise diesen Vergleich ganz klar von mir. Warum?
Parabene (klassisches Konservierungsmittel) werden in herkömmlicher Kosmetik häufig eingesetzt. Die Hersteller kennzeichnen Ihre Produkte z.B. mit Eigenschaften wie „parabenfrei“ aus. Diese Produkte enthalten dann zwar keine Parabene, dafür aber andere Konservierungsstoffe, die nicht als solche deklariert werden müssen. Es gibt nämlich auch Inhaltsstoffe, die in erster Linie einen anderen Zweck erfüllen. Zum Beispiel auch desinfizierende oder feuchtigkeitsspendende Eigenschaften besitzen. Setzt man als Hersteller solche Stoffe in einer Creme ein, kann man auf deklarierte Konservierungsmittel verzichten und sein Produkt mit dem Vermerk „ohne Konservierungsstoffe“ bezeichnen.
Da Parabene schon langsam als „böse“ Konservierungsstoffe bekannt werden, werden alternative Konservierungsmittel eingesetzt, die entweder schlimmer oder gleich schlimm wie Parabene sind. Zum Beispiel: Wird Methylisothiazolinon als Konservierungsstoff verwendet. Allerdings besteht bei diesem Konservierungsstoff ein erhöhtes Allergiepotential genau wie bei Parabene. Aber die Unternehmen können mit „parabenfrei“ werben.

5) Märchen Silikone

Das Märchen der pflegenden Silikone habe ich sehr lange geglaubt. Man sieht diese wunderschönen Frauen im Fernsehen mit ihren unglaublichen Haaren und will diese unbedingt auch haben. Ich zumindest bin so oft auf solche Werbungen reingefallen oder hab mich von den Regalen im Drogeriemarkt von den Düften und Verpackungen verführen lassen. Was mich heute noch immer erstaunt ist, dass ich nie die Inhaltstoffe an sich hinterfragt habe, denn meine Haare sind immer abgebrochen oder hatten Spliss und ich habe es auf früheres Färben, Föhnen oder sonst was geschoben. Die Haare waren nämlich sonst weich und fühlten sich gut an, aber sie waren trotzdem einfach nicht gesund.

Wie kann das also sein, dass sich die Haare weich anfühlen, aber trotzdem brüchig sind?
Ganz einfach. Silikone, die in fast jedem Haarpflegeprodukt enthalten sind, umhüllen deine Haare und deine Kopfhaut mit einer Schicht. Silikon ist synthetisches Polymer, das aus Erdöl gewonnen wird. Es sorgt zwar kurzfristig für Glanz und Kämmbarkeit, macht die Haare jedoch langfristig kaputt. Denn durch die Silikonschicht können deine Haare keine pflegenden Wirkstoffe mehr aufnehmen.
Dir wird also vorgegaukelt, dass deine Haare gesund sind, aber eigentlich hast du deine Haare nur mit einer Silikonschicht überzogen, anstatt sie zu pflegen. Unter dieser Schicht sind deine Haare immer noch genauso kaputt wie vorher und werden sogar noch schlimmer.